Film/Musik

Was Sie hier erwartet:

„Jenseits des Spiegels“ Nils Loof, Skalar Film 2017

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„Jenseits des Spiegels“, Mystik-Thriller, Regie Nils Loof

Ein mystischer Thriller in Nichtfarben gehalten, die triste, gruselige Erzählung in optischer Trübheit gefangen.

Bei diesem mystischen Thriller, der in einer nordisch-nebligen Einöde spielt, hatte ich die Aufgabe, die Kostümteile möglichst aus 2. Hand zu kaufen oder zu leihen, damit diese Filmproduktion, auch mithilfe von Beiträgen der anderen Gewerke, die Chance hatte den grünen Drehpaß zu erhalten. So in meinem Farbkonzept zu bleiben bedeutete die Besuche einiger 2nd-Hand-Geschäfte und Fundi statt den Großteil neu zu kaufen. Ein Teil der Schaupieler konnte sogar auch aus eigenem Fundus etwas zum Kostümbild beitragen.

Gedeckte dunkle Farben herrschen in der Kleidung aller Figuren vor und untermalen so die mysteriösen Umstände des grausigen Todes von Jette, der Zwillingsschwester von Julia (Julia Hartmann), die mit Ehemann Felix (Bernhard Piesk) und Sohn Nico (Oskar von Schönfels) aus finanziellen Nöten heraus in das Haus der verstorbenen Jette zieht. Dort gehen nicht nur in Julias Kopf mysteriöse Dinge vor, und eine alte Sage der dörflichen Einöde überschattet den Neuanfang, den sich die junge Familie im neuen Zuhause erhofft hatte. Nachbarin Edda (Petra Keller) bringt etwas Licht ins Dunkel.

„Playground: Love“ Nils Loof 2015

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„Playground : Love“, Komödie, Loof Film

Kurz vor seiner Hochzeit wirbelt Hamburg-Fan Julia die Welt des verlobten Frederic durcheinander.

Frederic (Rainer Frank) hat mit seiner langjährigen Partnerin Alisa (Natalie O’Hara) jüngst eine Weinhandlung eröffnet und ihr parallel einen Antrag gemacht. Der einst erfolglose Schauspieler steht nun mit beiden Beinen fest im Leben - scheinbar. Sein Kleiderschrank ist konservativ, adrett und unauffällig gefüllt. Doch in der einen oder anderen Szene erkennt man ein Faible für Lack und andere glatte Oberflächen. Dann tritt Julia (Julia Schmalbrock) in sein Leben, inspiriert ihn zu Rollenspielen, in dem ein Lackmantel nicht nur ein Lackmantel ist.

Julia ist eine junge Frau, die es zum Tor der Welt zieht, maritim anmutende Kleidung dominiert ihr Äußeres. Sie steckt selbst in einer unglücklichen Affaire mit dem gut betuchten Leif (Thorsten Nindel) in edlem Zwirn, dem jedoch sein Goldfisch wertvoller ist, als es Julia je sein wird.

In der Nachbarschaft gibt es noch den Emo-esquen Teenie Lukas (Richard Hladik), der, selbst im Herzschmerz liegend, die Spannungen zwischen Frederic und Julia sogar noch verstärkt.

Die romantische Alisa ahnt von alledem nichts, feiert mit ihren Mädels unbedarft als pinke Playboy-Häschen ihren Junggesellenabschied und ist entsprechend vor den Kopf gestoßen, als Frederic mit der Wahrheit herausrückt.

Was nun aus allen wird, lässt das Ende offen.

„Die schwarzen Brüder“, Mirco Vogelsang Reihe 7 2014

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„Die schwarzen Brüder“, Musical, Regie Mirco Vogelsang

Italienische Maler der späten Romantik und des frühen Realismus’ inspirierten zur Schnittkonstruktion der Kostüme dieser historisch belegten Geschichte von Lisa Tetzner.

Farbenfrohe Lichtblicke des Kostümbildes auf dem Markt und in der Küche erhellen den schwarzen Ruß der Grausamkeit auf der Kleidung der kleinen Kaminfegerkinder.

Bei der Erarbeitung dieses Kostümbildes hatte ich für mich persönlich noch ein große Herausforderung zu bewältigen. Die Uraufführung der Schwarzen Brüder fand bereits 7 Jahre zuvor in der Schweiz statt, auch unter Mirco Vogelsang. Ich hatte damals die Ehre seiner einstigen Kostümbildnerin Erna Büchel zu assistieren, die seit 2012 leider nicht mehr unter uns weilt. So durfte ich zwar in große Fußstapfen treten, mußte und wollte mich aber von dem Uraufführungs-Kostümbild komplett lösen.

Wir wollten das Stück wieder historisch anmutend auf die Bühne bringen. So studierte ich Gemälde italienischer Maler aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts - der Zeit, aus der die Überlieferungen über die verschleppten Kaminfegerkinder stammen. Diese Gemälde inspirierten mich nun in der Schnittgestaltung der Kostüme. Kleine Anzüge aus unterschiedlichen, groben Wollstoffen für die Spazzacamini Giorgio (Jasper Klein), Alfredo (Janko Danailow) und ihre anderen schwarzen Brüder, ihre Kaminfegermeister (Peter Zeug, Siegmar Tonk und Thorsten Tinney hier in den Hauptrollen) in schwarzen Holland-Leinen, die Zylinder zum Großteil alt und zerschlissen von diversen Dachböden Deutschlands zusammengeklaubt, giftig-grünes Leinen für die frustriere Frau Rossi (Maite Kelly) und ihren intriganten Sohn Anselmo (Andreas Röder), einen zarten Leinenbatist für die kränkelnde Angeletta (Sandra Pangl), in einer Trödel-Garage einige über 100 Jahre alte Leinenhemden gefunden, die die Wölfe (Tobias Brönner, Julia Waldmeyer, Claudia Funke, Tim Müller, Christopher Busse, Daniel Wernecke u.a.) unter ihren mit Nieten besetzten Westen tragen, das bunte Markttreiben um Carla (Conny Braun) und Elisa (Tina Podstawa) in Karostoffen und Streifenleinen eingefangen, die fröhlichen Szenen um Koch Paolo (Thomas Christ) und seine Magd Anna (Christiane Reichert) und den anderen Assistentinnen eingerahmt in klassischem blau/weißen Küchenkaro, die reiche Junfger (Fabienne Hesse) in hoffnungsvollem Grün verschmilzt auch in dieser Version mit ihrem Damast-Sofa.

Hier kam kein Fundus zum Einsatz, alle Kostüme wurden neu angefertigt - die Hauptdarsteller in Hannover bei meinem geschätzen Kollegen und Freund Sören Witt und seinen Näh-Elfen, der Rest des Ensembles ist in den großartigen Werkstätten der Art Factory in Bratislava, Slowakei entstanden.

Meine Assistentinnen Nathalie Himpel und Anna Schniersmeyer haben zusammen mit unserer Praktikantin Josephine Meyer nicht nur 2nd Hand-Läden im Umkreis nach groben Schnürschuhen durchsucht, sondern auch vor Ort den Kostümen noch den letzen Schliff verpaßt in Form von Längenangleichungen der unzähligen Rocksäume und Patina für alle Hemden, Jacken und Hosen, die da durch die Kamine kriechen sollten.

„Alles wird gut“ Sommerblutfestival Köln, Regie Niko von Glasow 2011

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„Alles wird gut“, Schauspiel- und Dokumentar-Spielfilm, Regie Niko von Glasow

Sei du selbst. Die Darsteller sollen unkostümiert im Kostüm stecken. Wer sie kennt, weiß, sie sind sie selbst.

Ursprünglich nur als Theaterstück im Rahmen des Sommerblutfestivals in Köln konzipiert, entstand hier quasi nebenher ein Film, der es bis zur Vorstellung auf der Berlinale schaffte. Schauspieler und Laien, mit und ohne Behinderung bewerben sich beim „Casting des Jahrhunderts“, werden aber in einer Art Abstellkammer vergessen. Dort entwickeln sich Gespräche, Beziehungen, es wird gelacht und geweint, und final erklären sich alle gemeinsam zu den Gewinnern.

So unterschiedlich die Personen dieses Stückes sind, so unterschiedlich diffizil die Behinderungen, so individuell sollten auch die Kostüme sein. Als Prämisse hier: jeder Darsteller ist als er selbst mit seinem eigenen Namen auf der Bühne und soll sich in seinem Kostüm nicht verkleidet fühlen. Somit war es für mich ein Prozess während der Proben, jede Bettina Muckenhaupt, Jana Zöll, Mirco Mohnshausen, Annika Reinecke, Manon Wetzel, Jan Dziobek, Milena Gülyeyüz, Marvin Fuchs, Oliver Grice, Christina Zajber, Sofia Plich, Christiane Grieb und Nico Randel genau zu beobachten. Was tragen sie selbst, wie sind ihre Vorlieben für Farben, Muster und Formen, wie kann ich mit meinem Kostüm dennoch ein Bild erschaffen, bei dem Farbe und Stofflichkeiten noch die Charaktere jedes Individuums unterstreichen. Nach und nach band ich die Kostümteile in die Proben mit ein, sodaß selbst der Regisseur, der sich sehr einfühlsam mit jeder Einzelperson befaßte um sie kennenzulernen und wiederum ihre Rollen individuell zu formen, zum Großteil nicht bemerkte, daß der Darsteller nun im Kostüm steckte.

Bei diesem Stück war ich auch für die restliche, spartanische Ausstattung sowie für die Maske zuständig und konnte auch im Rahmen des Sommerblut-Festivals Sofia Plich zu einem Gesangsauftritt in die Kölner Philharmonie begleiten, wo sie dasselbe Kostüm wie auf unserer Theaterbühne trug.

„Wieviel Fantasie hat die Nacht“ Musikvideo Melanie Miric, Regie Nils Loof

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„Wieviel Fantasie hat die Nacht“ Musikvideo Melanie Miric, Regie Nils Loof

Eine gedankliche Reise in die 50er Jahre voller Charme und Sorglosigkeit, ein Flirt mit der Romantik zwischen Motoröl und Petticoat.

Melanie Miric steht in Jeans und Leder-Kurzmantel in einer stillgelegten Werkstatt und singt sich in eine Tagträumerei, in der sie selbst in den frühen 50ern eine Autopanne hat. Im blumig-luftigen Kleid, Galcéhandschuhen und Riemchenpumps aus schwarzem Lack mit unschuldigen weißen Söckchen steigt sie aus dem qualmenden roten Flitzer und sucht in der rettenden Autowerkstatt Hilfe. Doch die mit Motoröl verschmierten Mechaniker haben leider keine Zeit für ihr Anliegen. Daraufhin streift Melanie den Petticoat ab um selbst in sexy Ripphemdchen und Blaumann zu schlüpfen und ihr Auto zu reparieren - selbst ist die Frau. Das imponiert den Herren, und es bahnt sich eine Romanze an.

In diesem Musikvideo war ich neben dem Kostüm auch für das Maskenbild zuständig.

„The Other“ Horrorpunkband aus Köln

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„The Other“ Horrorpunkband aus Köln

Ein staubig-patinierter Schwalbenschwanz aus einer meiner Lieblingsepochen.

Rod Usher, der Sänger der Kölner Horropunkband entschied sich für ein Bühnenoutfit, in dem er wie frisch des Grabes entstiegen wirken wollte. Langlebig und waschbar sollte er sein und dabei nicht ins Blau ausbleichen, wie sein vorheriges Kostüm. So fiel meine Wahl auf einen Empire-Frack mit Schwalbenschwanz aus schwerem Fischgratleinen mit einem Kragenspiegel aus genarbtem Kunstleder, mit Nieten, Schnallen und Frankensteinnähten verziert und die sichtbare Fütterung mit einem Gitterstoff aus dem Bühnenbereich bestückt. Zur Abrundung patinierte ich den gesamten Frack, so dass er tatsächlich so wirkte wie seit jener Epoche getragen.

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